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Max Tschornicki

* 9. August 1903 in Rüsselsheim
† 20. April 1945 in Allach (Außenlager KZ Dachau)

Leider konnte bisher kein Foto von Max Taschornicki gefunden werden. Der Linolschnitt zeigt die Unterschrift Max Tschornickis sowie seinen Kanzlei-Stempel
Quelle: Linolschnitt Thilo Weckmüllers/Werkstatt uah! Mainz

Der in Rüsselsheim geborene Max Tschornicki wuchs in einem orthodox jüdischen Elternhaus in Mainz auf. Der Sohn russischer Einwanderer war im Jung-Jüdischen Wanderbund sowie im Jungzionistischen Kreis Mainz aktiv, und engagierte sich bereits als Schüler politisch in der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands), einer linken Abspaltung der SPD. So trat er als Redner bei USPD-Versammlungen auf, worüber auch lokale Zeitungen berichteten. Für seine Gegnerschaft zum Nationalsozialismus war er bekannt. Er war Mitglied der Jungsozialisten, der SPD und der sozialdemokratisch orientierten Schutzorganisation „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“, deren Mitglieder er später als Jurist vor Gericht verteidigte.
1933 wurde Max Tschornicki mehrfach verhaftet und kurzzeitig inhaftiert. Am 24. Mai 1933 wurde er auf Grundlage der „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ in das KZ Osthofen eingeliefert, aus dem ihm am 3. Juli 1933 die Flucht gelang. Max Tschornicki floh zunächst in das Saargebiet und nach dessen Angliederung an das Deutsche Reich nach Frankreich. In Toulouse erfuhr er von der Verhaftung seiner Verlobten und deren Mutter, für deren Freilassung er sich einsetzte.
Max Tschornicki wurde nach der Besetzung Südfrankreichs in Lyon, wo es zu dieser Zeit eine starke politisch-jüdische Widerstandsbewegung gab, von der Gestapo verhaftet. Max Tschornicki überlebte eine Odyssee durch mehrere Konzentrationslager bevor er am 20. April 1945 in Allach, einem Außenlager von Dachau, wenige Tage vor der Befreiung des Lagers durch Truppen der US-Armee starb.

Quellen/Literatur: Ingelheimer Zeitung v. 24.5. 33;  Mainzer Tageszeitung v. 5.7.1933; Christof Weitz, Interview mit Alfred Epstein 1986, AA Ref.: Inland II A/B "Maßnahmen gegen pol. Gegner 83-70 Bd. 3 1935 bis 36; Bundesarchiv R2/GB; LA Speyer, H 91 Nr. 5795; H 53, 2557; J 85, 3360; Walter Grünfeld "So war es...Erinnerungen der Kindheit und verlorenen Jugendzeit"; Angelika Arenz-Morch: Max Tschornicki – ein Mainzer Sozialist aus jüdischer Familie, Mainz 2013.