Die Häftlinge


Die nach Osthofen überführten Häftlinge waren überwiegend aufgrund ihrer politischen Aktivität in linken Parteien oder Organisationen verhaftet worden. In der Mehrheit gehörten sie der KPD, einer ihrer Nebenorganisationen oder aber der SPD an. Unter den Häftlingen befanden sich Anhänger des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, des Zentrums, des katholischen Jungmännervereins, der „Zeugen Jehovas“ sowie Separatisten, Sinti und ein für ein frühes KZ-Lager erstaunlich hoher Anteil von jüdischen Häftlingen.

Häftlinge aus den Reihen der Kommunisten und Sozialdemokraten zu Fuß auf dem Weg in das KZ Osthofen.
Aufnahme in Worms, März 1933

In den siebzehn Monaten seines Bestehens waren mindestens 3000 Männer sowie einige wenige Frauen für etwa drei bis vier Wochen unter menschenverachtenden Bedingungen in den kahlen Fabrikhallen inhaftiert. Zwar ist in Osthofen kein Häftling ums Leben gekommen. Sie waren jedoch dem ständigem Terror, den Misshandlungen und Demütigungen durch die Wachleute ausgesetzt. Allen voran die jüdischen Häftlinge, die besonders unter ihren Peinigern zu leiden hatten.

(Quelle: NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz)

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