Karl Schreiber


* 4. November 1910 in Offenbach
† 11. Juli 1983 in Bickenbach an der Bergstraße


Karl Schreiber wuchs in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus in Offenbach und Frankfurt am Main auf. Bereits mit 12 Jahren schloss er sich der Kindergruppe der Arbeiterjugend an, nach Schulentlassung der SAJ (Sozialistischen Arbeiterjugend). Während seiner Schneiderlehre trat er in die Gewerkschaft ein. 1927 wechselte er von der SAJ zum Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD). Als Mitglied der Bezirksleitung der KJVD war er ab 1933 verantwortlich für den KJVD-Widerstand im Raum Bergstraße, weswegen er im Februar 1934 verhaftet wurde. Bis April 1934 war er im KZ Osthofen ausschließlich im verschärften Arrest, im Lager II, eingesperrt.

Nach seiner Haftentlassung nahm er seine illegale Widerstandstätigkeit wieder auf, wurde erneut inhaftiert und musste eine knapp zweijährige Gefängnishaft in Hameln und Celle absitzen.
Während des Krieges versorgte er russische Zwangsarbeiter mit Lebensmitteln und Informationen. Zunächst als „wehrunwürdig“ eingestuft, wurde er am 1. Dezember 1942 zum „Strafbataillon 999“ eingezogen, wo sich, mit ihm als Sprecher, erneut eine illegale antifaschistische Fünfergruppe bildete. Nach Stationierungen in Belgien, Frankreich und Italien ergab er sich 1943 in Tunesien in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er am 18. Januar 1946 entlassen wurde.
Als erster Vorsitzender der „Lagergemeinschaft ehemaliger Insassen des KZ Osthofen“ setzte er sich bis zu seinem Tod unermüdlich für den Aufbau der Gedenkstätte ein.

Quellen/Literatur: Fritz Müller Dep. FE-Archiv Bonn Bad Godesberg; Karl Schreiber-Nachlass im Archiv des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-45 e.V. FFM; Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-45, Hessen Band 1; Herbert Friedmann: "Troublemaker" - Aus dem Leben des Karl Schreiber.

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