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„Gewalt hat eine Geschichte“

ein Jugendprojekt des Oppenheimer Geschichtsvereins, des Jugendhauses Oppenheim und der Gedenkstätte KZ Osthofen

Ein Bericht von Johanna Stein

Am Freitag, dem 11. November 2016, fand die Präsentationsfeier des Projekts „Gewalt hat eine Geschichte“ in der Carl-Zuckmayer Realschule plus in Nierstein statt.


Foto: Hansjürgen Bodderas

Das Kooperationsprojekt wurde 2013 ins Leben gerufen. Es will an die Pogromnacht vom 9./10. November 1938 erinnern und zugleich junge Menschen anregen, sich mit dem Phänomen Gewalt auseinander zu setzen, wie es ihnen in vielfältigen Ausprägungen im täglichen Leben begegnet. Die Suche nach konstruktiven, gewaltfreien Lösungsstrategien bildet den Kern des Konzepts.
Neun Schülergruppen beteiligten sich mit ausdrucksstarken, bewegenden Beiträgen. Wie Mobbing durch Hilfsbereitschaft und Einfühlung überwunden werden kann, stellten die Landskronschüler in einem Foto-Comic dar. Die Schüler der 9g der Realschule, eine Integrationsklasse, fanden das entscheidende Motto, ein Buddha-Wort: „Niemals hört Hass durch Hass auf, Hass hört nur durch Liebe auf.“ Die Namen auf den Oppenheimer Stolpersteinen auf Schuhkartons machte erschreckend die große Zahl der ermordeten jüdischen Mitbürger deutlich (Religionsgruppe 7c/d der IGS).Mit einer der betroffenen Familien, der Familie Spiegel, beschäftigte sich die Konfirmandengruppe der evangelischen Kirchengemeinde Oppenheim. Die gesamte Familie wurde von den Nazis ermordet, nur der vierzehnjährige Sohn Walter wurde durch einen Kindertransport in die Schweiz gerettet. Die 10c der IGS hatte in der Gedenkstätte gefilmt und fotografiert und die 9d nahm in Rollenspielen die Fremdenfeindlichkeit aufs Korn und zeigte, wie man dem begegnen kann. Die Olympischen Spiele von 1936 untersuchte der Stammkurs Geschichte des Nackenheimer Gymnasiums und beschrieb die propagandistische Ausschlachtung durch die Nationalsozialisten. Die Klasse 9e der Realschule schilderte  ihren Besuch der Kriegsgräbergedenkstätte Niederbronn. Tausende von Kreuzen zeugen  von dem Hass und Wahnsinn des 2. Weltkrieges. Tröstlich, wie sehr sich die Schüler Gedanken gemacht haben, wie Ausgrenzung und Hass überwunden werden können.
Klaus Hagemann, damals noch Abgeordneter des Deutschen Bundestages, jetzt erster Vorsitzender des Fördervereins der Gedenkstätte KZ Osthofen, übernahm von Beginn an die Schirmherrschaft über das Projekt.
Teilgenommen haben bisher die Landskronschule Oppenheim, die Carl-Zuckmayer Realschule plus, Nierstein, die IGS Oppenheim, das Gymnasium zu St. Katharinen Oppenheim und das Gymnasium Nackenheim. Zwei außerschulische Gruppen haben sich bisher engagiert: 2013 eine Jugendgruppe des Dexheimer Geschichtsvereins und in diesem Jahr eine Konfirmandengruppe des evangelischen Kirchengemeinde Oppenheim.
2014 hat der Kreis Mainz-Bingen dieses Jugendprojekt mit dem zweiten Platz des Präventionspreises ausgezeichnet.
Schüler und Lehrer haben volle Freiheit bei der Themenwahl und beim Medieneinsatz. Im Rahmen der Menschenrechtserziehung kann das Projekt in unterschiedlichen Unterrichtsfächern durchgeführt werden. Es lässt sich mit anderen bestehenden Aktionsprogrammen kombinieren (Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, mobbingfreie Schule).

Der Flyer für das Projekt wird jedes Jahr aktualisiert und kann über die Homepage des Oppenheimer Jugendhauses aufgerufen werden www.jugendhaus-oppenheim.de. Informationen befinden sich auch auf der Homepage von der Initiatorin http://steinjohanna.de/steinjohanna.de/Johanna_SteinJugendprojekt_Gedenkarbeit.html