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Kunst und Kultur in Gedenkstätten

Dokumentation des Symposiums am 23. und 24.10.2002 in der Gedenkstätte KZ Osthofen.

Hrsg.: Förderverein Projekt Osthofen e.V./ Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz

Kunst und Kultur bieten die Möglichkeit, sich das soziale Gedächtnis individuell anzueignen. Das ist eine gute Voraussetzung für eine Gedenkstättenarbeit, die sich zeitlich immer mehr von ihrem historischen Bezug entfernt und deren Ziel gleichzeitig die Ausbildung von Humanität durch die moralische Phantasie des Einzelnen ist. Diese Dokumentation sammelt die Beiträge, die das bundesweite Symposium „Kunst und Kultur in Gedenkstätten“ in Osthofen 2002 dazu geliefert hat.


Vorwort 
von Volker Gallé (Erster Vorsitzender des Fördervereins Projekt Osthofen e.V.) und Hans-Georg Meyer (Direktor der LpB Rheinland-Pfalz)

In Schrift und Bild ist das kulturelle Gedächtnis der Menschheit gespeichert. Die Überlieferung geht offizielle Wege über Schulen, Archive, Museen, Gesetze und öffentliche Rituale. Dabei nutzt sie sowohl flüchtige als auch feste Kommunikationsformen. Ein viel größeres Reservoir an Erinnerung aber ist privat gespeichert, in Tagebüchern, Fotografien, Familienerzählungen und Persönlichkeitsstrukturen, sowohl bewusst als auch unbewusst. Gehen wir nach innen, heben sich die Grenzen zwischen Schrift und Bild auf. Es gibt Wortbilder und Traumerzählungen. Manches hat sich in Körperhaltungen sedimentiert, die wir gar nicht benennen können. Außen und innen spiegeln sich ineinander. 
Daher bietet der improvisatorische Ansatz von Kunst und Kultur dem einzelnen eine gute Möglichkeit, Neues über sich und seine natürliche und soziale Umwelt zu erfahren oder auch Neues zu gestalten, letzteres auch im Zusammenhang sich ständig gesellschaftlicher Prozesse sowie emanzipatorischer Kunst- und Kulturentwicklungen nachfolgender Generationen. Es bedarf keine Technik des Lernens außer der teilnehmenden Beobachtung, deren ethischer Anspruch auf Dialog mit einer Individualität und auf Verstehen ausgerichtet sein muss. Respekt vor den Grenzen des Gegenübers ergibt sich daraus ebenso wie eine wechselseitige Interaktion. Die Person wird geradezu körperlich konkret und bleibt dennoch offen für freiwillige Veränderungen. 
Kulturelle Bildung ist insofern eine Bestätigung und fruchtbare Erweiterung von Gedenkstättenarbeit und insbesondere von Gedenkstättenpädagogik. Der bisher eher eng gefasste Rahmen politischer Bildung wird erweitert und gleichzeitig zurückgeführt an seine Wurzeln, nämlich zum gesellschaftlichen Diskurs: 
In diesem Sinne schein es dem Förderverein Projekt Osthofen und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz von Anfang an wichtig, Kunst und Kultur in die Arbeit im ehemaligen KZ Osthofen mit einzubeziehen. Durch die Betonung von Individualität im Dialog und die Nutzung kultureller Medien konnten und können neue Zielgruppen für die Anliegen der Gedenkstätte interessiert werden. Um unsere positiven Erfahrungen zu hinterfragen und zu einem Konzept weiterzuentwickeln, das auch andernorts nutzbar ist, haben wir gemeinsam am 23. und 24.10.2002 in Osthofen ein gut besuchtes Symposium zum Thema „Kunst und Kultur in Gedenkstätten“ veranstaltet, dessen Dokumentation jetzt vorliegt. 

Inhaltsverzeichnis:

  • Vorwort (Hans-Georg Meyer/ Volker Gallé)
  • Kunst und Kultur in Gedenkstätten (Volker Gallé)
  • Projekt Hinzert (Prof. Guido Ludes)
  • Die Dauerausstellung der Gedenkstätte Breitenau (Gunnar Richter)
  • Referat zum Thema Kunst und Kultur (Albert Pütz)
  • Kulturelle und politische Bildung (Arne Mutert)
  • Podiumsdiskussion
  • Künstlerische Gestaltung und Rezeption des Betrachters (Dr. Stephanie Endlich)
  • Bildhauersymposium: 5 Steinmale – Künstler gegen Gewalt (Hans-Otto Lohrengel)
  • Kunst und Kultur in der Gedenkstätte KZ Osthofen – Ein Rückblick
  • Info Gedenkstätte KZ Osthofen/ Kontakt
  • Kontaktadressen der Referenten

120 Seiten (mit zahlreichen Bildern und Abbildungen), 1. Auflage Osthofen/Berlin 2002

Preis: 5,00 € (zzgl. Versandkosten)